Projekt SINQ

SINQ steht für Service-Integration und Netzwerkmanagement zur Verbesserung des sozialen Zusammenlebens geriatrischer Patienten im Quartier. Es geht um alte Menschen – seit Jahren die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe.

Zwischen 1977 und 2017 ist der Anteil der Menschen über 65 Jahre an der Bevölkerung um 50 % angewachsen. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Viele dieser Menschen würden gerne in den eigenen den vier Wänden bleiben. Dazu sind sie auf vielfältige Hilfe angewiesen, die es in Form von Dienstleistungen auch gibt. Vom Kochen, Putzen über finanzielle Beratung bis hin zur medizinischen Pflege wird vieles angeboten. Dennoch gibt es einige Hürden: Betroffene oder Angehörige müssen den passenden Dienstleister selbst finden, ihn beauftragen und richtig anweisen. Obendrein gibt es wichtige Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind: Was kostet die Leistung? Wer übernimmt was? Wo muss der Antrag gestellt werden?

 

Warum besteht Handlungsbedarf?

Ältere Menschen mit Betreuungs- und Pflegebedarf in städtischen Wohnquartieren stehen vor besonderen Herausforderungen:

  • Sie sind auf barrierefreien Wohnraum und auf vielfältige Dienstleistungen angewiesen.
  • Die Dienstleistungen gibt es, aber es fehlt an Informationen und an Abstimmung der Dienstleister.
  • Betroffenen und Angehörigen fällt es schwer, Angebote auszuwählen und zu koordinieren.
Das Projekt SINQ möchte daher die Informations- und Dienstleistungslücke zwischen der medizinisch-pflegerischen Betreuung älterer Menschen und ihren Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben im vertrauten häuslichen Umfeld und im Stadtquartier schließen.

Welcher Lösungsansatz wird gewählt?

SINQ wird im Mannheimer Stadtquartier Neckarstadt-West ein umfassendes Dienstleistungsnetzwerk errichten. Die Teilnehmer können sich über die SINQ-Technologie miteinander und mit Betroffenen verbinden.

  • Informationstechnik, Sensorik und Hausautomation unterstützt die Betroffenen und erkennt Bedürfnisse und Gefahren.
  • Das Klienten-Portal schafft Transparenz, ermöglicht Auswertung von Daten, schützt sie aber auch vor Missbrauch.
  • Ein angeschlossener SINQ-Dienste-Marktplatz unterstützt die Auswahl von passenden Dienstleistungen.
  • Eine mobile Dienste-App unterstützt Betreuer bei der Koordination der Dienstleistungen.
Neben professionellen Dienstleistern werden auch das Mannheimer Quartiermanagement, private Initiativen und Vereine eingebunden. Das Quartiermanagement entwickelt Konzepte und plant und ergreift Maßnahmen das die das Zusammenleben im Quartier und die soziale Teilhabe aller Bewohner verbessern. Darüber hinaus wird sich SINQ eng mit dem ebenfalls geplanten Netzwerk Gesundheit abstimmen.

Welches zentrale Ziel wird erreicht?

Das Projekt SINQ macht die enormen Markt- und Digitalisierungspotenziale, die wirtschaftlichen Chancen und die Entwicklungen im Dienstleistungssektor für optimierte medizinisch-pflegerische Versorgungsstrukturen und das gesellschaftliche Zusammenleben nutzbar. Dabei ist der medizinische Sektor nur ein Beispiel von vielen. Vernetzung und Zusammenarbeit von Dienstleistern ermöglichen neue, individuell angepasste Angebote. Kleine und mittlere Betriebe können die Potenziale und Chancen der Digitalisierung so besser nutzen und ihre Wettbewerbsposition verbessern.

Welcher Mehrwert entsteht durch SINQ?

SINQ möchte:

  • Den Betroffenen ein selbstbestimmtes und individuelles Leben im vertrauten Umfeld und eine hohe Lebensqualität ermöglichen.
  • Im regionalen Handwerks- und Dienstleistung-, Medizin- und Pflegesektor und der Wohnungswirtschaft durch IT miteinander verbinden.
  • Die Wettbewerbsfähigkeit der urbanen Wirtschaft steigern durch neue Marktpotenziale für den Dienstleistungssektor steigern.
  • Der Stadtentwicklung Ratschläge zur nachhaltigen (Um-)Gestaltung von Quartieren geben.
  • Konzepte zur nachhaltigen Übertragung von SINQ auf weiterer Stadtquartiere entwickeln.
  • Die Verknüpfung von bürgerschaftlichem Engagement und professionellen Dienstleistern im Quartier verbessern.